gradlab

Jahrgang 2021

Designhaus Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Hessen Design stellt im Rahmen des Gradlab-Stipendiums 2021 zwei sehr interessante und unterschiedliche Projekte der Designers-in-Residence vor!

Das Projekt »Hesse Hour« von Tobias Bölkow und das Projekt »Arbeit« von Daniela Sonnabend.

Die Auswahl zur Teilnahme am Mentoring-Programm traf eine Jury von Design-Fachleuten: Industriedesigner Prof. Tom Philipps, Hochschule Darmstadt und IFID, Kommunikationsdesignerin Sandra Doeller, Kuratorin und Leiterin von Hessen Design Cornelia Dollacker sowie Kulturmanagerin und Initiatorin des Projekts Verena Schneider.

Im Förderzeitraum erhielten die Stipendiat*innen Zugang zu einem eigenen Atelier und können Ausstellungs- und Seminarräume im Designhaus sowie das technische Equipment des Hauses individuell nutzen. Zudem werden sie im Rahmen eines monatlichen Mentoring-Treffens begleitet und können auf das gesamte Expert*innen-Netzwerk von Hessen Design zurückgreifen.

Cornelia Dollacker berichtet: »Mit großem Interesse haben wir die Prozesse der teilnehmenden Stipendiat*innen begleiten dürfen. Nun sind wir gespannt, wie sich die Projekte auch in der Zeit nach dem Förderzeitraum im gradlab weiterentwickeln werden.«


Besuchen Sie das gradlab auf Instagram und Facebook und lernen Sie die Arbeiten der vergangenen Stipendiat*innen kennen.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns hierzu einfach eine Nachricht an:

Verena Schneider, Dipl.-Des.
Projektleitung | gradlab_designers in residence
schneider@hessendesign.de


Rückblick 2021

Projektvorstellung »Hesse Hour«
Text: Tobias Bölkow

Anfang November letzten Jahres ist das Projekt Hesse Hour im Rahmen des gradlabs von Hessen Design e.V. gestartet. Die Idee war es eine Gazette zu starten, welche aktiv, verknüpfend und interdisziplinär sichtbar macht, was an den Universitäten und Hochschulen in Hessen passiert. Das ganze Projekt knüpft an das DARUM Magazin an. DARUM wurde 2011 von Fabian Wohlfart, Jan Aulbach, Jonas Götz und Jan Motyka gegründet. Die Vier machten sich zur Aufgabe ein unabhängiges Magazin am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt zu gründen. Über einen Blog sowie ein Print-Magazin wurde für die Arbeiten und das Treiben am Fachbereich ein neues Ventil geschaffen.

DARUM Magazin, 2011

Wir haben uns mit einem Teil des Teams kurzgeschlossen und die Idee knapp 10 Jahre später wiederbelebt. Mit dem Neujahr 2021 startete Hesse Hour seinen Instagram Account. Das Projekt wurde in einzelnen Posts vorgestellt und darauf folgte unser Kernanliegen: Wie prägen die Student*innen die Gestalt der visuellen Kultur? Alexander Kueller, Carla Kleinschmitt, Lukas Koser, Jeongkyoung Woo, Paul Jürgens, Jona Wentzler, Franz Weid, David Goralsky, Marie Sophie Beckmann zeigten dies mit ihren großartigen Arbeiten. Hesse Hour fand schnell Anklang und so freuten wir uns innerhalb weniger Wochen über 100 Menschen, die unser Magazin verfolgten!

Vorgestellte Student*innen-Projekte durch Hesse Hour

Mitte April folgte dann eine Pause. Eine Pause die bis heute anhält. Mangels zeitlicher Kapazitäten konnten wir Hesse Hour nicht ohne weiteres fortführen. Eine Entscheidung, die uns nicht leicht fiel. Wir wollen garantieren mit einem motivierten Team eine hohe Qualität, Regelmäßigkeit und einen Mehrwert zu schaffen. Der richtige Zeitpunkt wird kommen– we’ll be back!

Danke an alle die Teil des Projekts waren oder uns dabei verfolgt haben 🧡
Hesse Hour

PS: Wer in Zukunft Interesse hat dabei zu sein, just let us know: contact@hessehour.de


Rückblick 2021

Projektvorstellung »Arbeit«
Text: Daniela Sonnabend

Aufruf zur Arbeit als Prozess

Im November 2020, mitten in der Corona Pandemie, bewarben wir uns erfolgreich als Team mit dem Thema »Arbeit« für einen Platz im gradlab. Die Größe des Themas war uns bewusst und wir stürzten uns in die Fülle der Fragestellungen – dass vor allem unsere eigene Positionierung im Vordergrund stand, wurde nach und nach klar. »gradlab« – graduate‘s laboratory – ist in diesem Sinne wörtlich zu nehmen: Was kommt nach dem Abschluss als Kommunikationsdesigner*in? Festanstellung, Selbstständigkeit, Teamarbeit, Kommunikation, eigene Ideen, Kompromisse, Eigenverantwortlichkeit … all diese Fragen konnten wir in einem organischen Prozess erforschen, uns den Herausforderungen stellen und Erfahrungen sammeln. Das führte schließlich auch zu einer Trennung in zwei unabhängige Projekteideen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten innerhalb des Themas.

Preisauszeichnung im Büro des gradlab

Hintergründig aber liegt das Outcome und die Erfahrungen, die ich während der gradlab-Zeit machen durfte, besonders in der Selbstreflexion und einem Prozess, der zu Zielen, Vorhaben, Eigenverantwortlichkeit, Annäherung und Abgrenzung geführt hat. Nicht zuletzt auch den Mut zu fassen, Ideen wieder zu verwerfen und an andere Prozesspunkte neu anzuknüfen.

Und da ein Ende bekanntermaßen auch immer ein Anfang ist, wird das Projekt eigenständig weiter gehen. Die während der gradlab-Zeit gesammelten Skizzen, Ideen und Erfahrungen bilden das Material für spekulative Antworten. Eine Projektseite findet ihr bald unter www.doppelaugen.de.

Projektgrafik für einen Einwurfautomaten

Rückblick 2020

Konzeption & Realisation einer Skillsharing-Workshopreihe: »friends with benefits«
Ein Projekt von Stipendiatin Maren Diana

Fotos © Maren Diana, v.l.n.r. #1 how to dj | #4 woodcut | #3 webdesign | #6 pottery

Im Rahmen von »friends with benefits«, konzipiert von Maren Diana, luden 2020 sechs Freunde ins Designhaus ein und teilten ihr Expert*innenwissen mit den Teilnehmer*innen ihres Workshops – so wurden Platten aufgelegt, Holz geschnitten, Codes geschrieben, Pflanzen verschenkt, Videos geschnitten und Ton modelliert.

Konzeption & Realisation eines Musikvideos: »Temples«
Ein Projekt von Stipendiatin Stephanie Werner

Das Musikvideo zu Harry Benders »Temples« beschreibt durch Performance, Licht und Projektionen Angst und Ohnmacht; Themen, mit denen sich der Interpret in der Entstehungszeit des Tracks auseinandersetzen musste. Das Video entstand in Zusammenarbeit mit dem Interpreten, Nils Heck und Julia Baier.

Die Person im abstrakten Video verkörpert durch ihre körperliche Nacktheit ihre emotionale Verwundbarkeit, die durch Folien verschleiert wird, wie durch eine Maske, die man sich zum Schutz im echten Leben aufbaut. 

Sie stößt dabei immer wieder auf ihre Maskierung, wirkt darin gefangen. Die Performance zeigt das Aufbäumen gegen die Gefangenschaft. Dabei wirkt die Folie wie ein undurchdringlicher Vorhang. 

Die Vielschichtigkeit, die bei den Aufnahmen in Form von Lichtern, Folien und verschiedenen Projektionen erreicht wurde, wird auch im Edit weitergeführt, in dem sich Videos überlagern, verschieben und überlappen. Der Zuschauer soll mit der Flut an visuellen Eindrücken überfordert werden, sich ebenfalls gefangen fühlen im Dickicht. 

Ein zusätzliches Element, das Musik und Bild vereint, ist das Fließen der Folien zusammen mit dem Wellen-Effekt im finalen Edit, die das Gefühl des Wankens bestärken, das im Track musikalisch thematisiert wird.

Screenshots aus dem Video © Stephanie Werner