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Newsletter Oktober 2021




Liebe Leserin, lieber Leser,


Geht es Ihnen auch so? Events füllen den Kalender, nach der langen Pause weiß man gar nicht mehr, welches Event man am liebsten besuchen möchte. Eine allgemeine Aufbruchstimmung und ein Nachholbedürfnis ist spürbar – es zieht uns zu neuer Begegnung und neuer Vernetzung. Auch Hessen Design hat einige Premieren für den Herbst zu bieten:

Besuchen Sie uns auf der Buchmesse! Zum ersten Mal vertreten wir hier Designpublikationen und Medienformate aus Hessen. Oder besuchen Sie uns auf der Blickfang in Stuttgart! Erstmals zeigen wir dort die Designinnovationen der Hessen Design Competition 2020 und 2021.

In unserem Bildungsprogramm bieten wir erstmalig das Thema Design in einer gleichberechtigten Gesellschaft an und werden damit Orientierung zur Rolle der Designerinnen geben.

Und schliesslich dürfen wir zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder das Agenturhopping der Hessen Design Routes anbieten! Real und digital öffnen sich dann die Showrooms für Design und kreative Gestaltung in Süd-, Mittel- und Nordhessen. Ich kann nur den Designschaffenden raten, sich jetzt als Programmpartner anzumelden und dabei zu sein! Denn, nicht nur Kundenmarketing ist wichtig, sondern auch Selbstmarketing. Lassen Sie uns also gemeinsam Unternehmern und der designinteressierten Öffentlichkeit Einblicke geben in Ihre aktuellen Designprojekte, die nachhaltig und innovativ unseren Alltag formen. 


Ihre Cornelia Dollacker

Leiterin Hessen Design e.V.

Designtag beim Sommerempfang von Hessen Design in Darmstadt

„Mitmachen, Netzwerken, Resonanz erhöhen“ – unter diesem Motto hatte Hessen Design am 18. September zu seinem diesjährigen Jahresempfang geladen. 90 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Designbranche versammelten sich im Garten des Designhauses und nutzen diese wiedergewonnene Freiheit ins Gespräch mit Kollegen und Unternehmen zu kommen. In Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Darmstadt, Jochen Partsch, der den Empfang mit einem Grußwort eröffnete, ebenso wie Dr. Mandy Pastohr aus dem hessischen Wirtschaftsministerium, richtete Arne Leichert vom Deutschen Designtag in seiner Keynote den Blick auf das erheblich umfassendere Verständnis von Design in Großbritannien. Dort begreift man die Disziplin ganz selbstverständlich als Motor für Innovationen, die wirtschaftliche, soziale und auch ökologische Werte umfasst.

Im Anschluss bot sich im großzügigen Garten ausreichend Gelegenheit für Austausch und Inspiration – letzteres vor allem durch drei Ausstellungen, die gleichzeitig im Designhaus präsentiert wurden. Hans Rodewald vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V./Wirtschaftsregion FrankfurtRheinMain, bedankte sich für die großartige Vorbereitung und die perfekte Organisation des Jahresempfangs: „Das war sehr interessant und ich konnte äußerst produktive Gespräche führen. Die Stimmung war ausgezeichnet!“

Neues von den Prämierten der Hessen Design Competition

Vieles ist erreicht und vieles wartet noch auf die HDC-Prämierten 2021, Emilie Burfeind, Florian Bremer, Patricia Huss und Abdalla Mohamed. Nach der Preisverleihung am 3. September und der Ausstellung „Hessen Design Competition 2020 und 2021“ im Designhaus, liegt nun der nächste Meilenstein vor ihnen. Mit von der Partie werden dabei auch die Prämierten 2020 sein, Sophie Diers, Jonas Nitsch, Jona Wentzler, Darius Zalzadeh, die letztes Jahr durch den Lockdown keine Möglichkeit für einen Messeauftritt hatten. Die Messeleitung der Blickfang hat die Hessen Design Competition eingeladen und freut sich, zum ersten Mal die Projekte der acht Design-Newcomer auf der Designmesse in Stuttgart vom 28. bis 30. Oktober zu präsentieren.

Dies alles getreu unseres Anspruchs, mit dem Wettbewerb „exzellentes Design noch sichtbarer“ zu machen und junge Design-Talente aus Hessen am Beginn ihrer Karriere zu fördern. Noch mehr Erfolge der Hessen Design Competition gibt es HIER.
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Hessen Design Competition auf Instagram

Jetzt dabei sein bei den Hessen Design Routes 2021

Die Hessen Design Routes sagen „Bitte einsteigen“ um die aktuellen Designprojekte und Portfolios vorzustellen! Den ganzen Herbst hindurch gibt es online und real Einblicke in die Designwelt mit einem Programm aus Work-in-Progress-Präsentationen, Online-Workshops und Meetings, Beratungen im Speed-Dating-Format und Agenturhopping-Touren für Unternehmer. Melden Sie sich jetzt als Programmpartner an! Zum ersten Mal dürfen sich bei dieser Ausgabe die Design-Newcomer aller Disziplinen im Designhaus präsentieren. In der Aktionswoche der Hessen Design Week vom 2. bis 10. Dezember finden dann noch einmal interessante Veranstaltungen statt – online, in den Agenturen und im Designhaus.

Die Benefits für die hessische Designszene liegen auf der Hand:


  • Präsenz für ein ganzes Jahr auf der neuen Hessen Design Routes-Website
  • Regionale und überregionale Vernetzung
  • Gefunden werden innerhalb der Branche unter mehr als 20 Fachbereichen
  • Aufmerksamkeit und Resonanz beim Fachpublikum
  • Mitgestaltung der Agenda der Design Routes mit eigenen Events
  • Vorstellung auf Facebook und Instagram
  • Ankündigung von Events im Newsletter von Hessen Design
Alle Informationen über Anmeldung und Kosten auf der Website der Hessen Design Routes 2021.

Hessen Design: Call for Books, Media & Lectures zur Frankfurter Buchmesse

Unserem Aufruf in der September-Ausgabe dieses Newsletters sind einige unter Ihnen gefolgt. Wir freuen uns, eine Auswahl von Buchtiteln, Medien und Vorträgen auf der Frankfurter Buchmesse vom 20. bis 24. Oktober präsentieren zu können. Die Planung der online und real auf der Messe stattfindenden Präsentation der Titel durch Hessen Design ist in vollem Gange. Soviel vorab, mit dabei ist der form Verlag, Buchausgaben von Felix Kosok und Lucia Hornfischer, das Designerinnen-Kollektiv Ougrapo und die Schreibwerkstatt Oulipo Frankfurt, das Buch zum Offenbacher Ansatz von Thilo Schwer, die Buchausgabe „Mutige Typen“ von Jenny Wagner und Katja Leitner sowie eine Ausgabe von Autor Harald Kubiczak und dessen Verlag Circuit-Art. Zudem mit dabei sind die Off_line Podcasts der HfG und Illustrationen von Kombinatrotweis.

Sie finden uns in Halle 3.1. Über die Standposition und unser Programm während der Messe werden wir Sie in einem Buchmessen-Newsletter kurz vor Messestart informieren.



Online-Seminar: Was haben Design und Gleichberechtigung miteinander zu tun?

Wir wollen in diesem Seminar den Blick schärfen für die Rolle von Designerinnen im Hinblick auf die Gestaltung einer gleichberechtigten Gesellschaft. Die Themenanwältinnen Sabine Herberth und Valentina Schmidt möchten mit Ihnen gemeinsam darüber diskutieren, was Gleichberechtigung in einem modernen, feministischen Verständnis bedeutet und welche Möglichkeiten Design bietet, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu gestalten. Auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse möchten sie damit den Diskurs der Gleichberechtigung voranbringen.

Termin: 26. November 2021 von 16–18 Uhr. Teilnahme: 45 Euro; Mitglieder von Hessen Design e.V. zahlen 35 Euro. Alle Informationen zum Seminar auf unserer Website. Anmeldungen bitte direkt über Eventbrite. Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie HIER.





Cornelia Dollacker: Geschlechtergerechtigkeit – yes she can!

Kürzlich wollte ich an einem Wettbewerb teilnehmen, der die Frage aufwarf, wie man den Lohn männlicher und weiblicher Mitarbeiter angleichen und die Aufstiegschancen für Frauen erhöhen könne. Die Fragestellung erschien mir unverständlich, so dass ich letztlich nicht daran teilnahm. Als Kind der Sechzigerjahre habe ich einige Gleichberechtigungsdebatten erlebt, die Aktionsjahre des Feminismus haben mich geprägt. Auch deshalb gibt es bei Hessen Design keine Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern und die Karrieren der mehrheitlich weiblichen Mitarbeiterschaft werden konsequent gefördert. In den Juries und im Kreis der Mentoren haben wir 50 Prozent Frauenanteil und in unseren Ausstellungen sind Designerinnen gleich stark repräsentiert. Ich habe also meine Hausaufgaben gemacht. Als Frau in Führungsrolle stehe ich aber allein auf weiter Flur, umgeben von männlichem Geschäftsgebaren und geschlossenen Zirkeln überkommener Machtstrukturen. So freue ich mich, dass jetzt neuer Wind aufkommt und die geschlechterspezifischen Themen auch im Design diskutiert werden. Glückwunsch allen Frauen und Männern, die vorurteilsfrei durchlüften gegen den Mief der Ungerechtigkeiten!

Den Chefredakteuren des Magazins form ist dies ein ebenso wichtiges Anliegen. In ihrer Ausgabe „Typohacks – Handbuch für gendersensible Typografie“ von Designerin und Autorin Hannah Witte, geht es um aktuelle Methoden des Genderns und antidiskriminierende Sprachhandlungen. Schon in Folge 1 des form-Podcast hatten Nina Sieverding und Anton Rahlwes die Expertin für Gender und Design, Uta Brandes, zum Gespräch gebeten. Als Vordenkerin für Vielfalt und Originalität der Designbranche konstatierte sie: „Eine komplett geschlechterneutrale Welt wird es nicht geben“. In der dritten Folge kommt Schriftgestalterin und Künstlerin Charlotte Rohde zu Wort, die etwa neue Schriften für feministische Projekte kostenfrei zur Verfügung stellt.

Zur Konferenz über Gendergerechtigkeit und Diversität im Design lädt Prof. Dr. Julia-Constance Dissel ein (14. u. 15.10.). Die Initiatorin der Forschungsschwerpunkte Gender & Design und Designphilosophie am Institut für Designforschung der Hochschule Darmstadt thematisiert die Auseinandersetzung der Designdisziplin mit Fragen noch geringer Gendergerechtigkeit und Genderdiversität.

Beim BDG (Berufsverband der Kommunikationsdesigner) begibt sich Designerin Miriam Horn-Klimmek im Perspektiven-Blog auf die Suche, wie Kommunikationsdesign zu einer lebenswerten, gleichberechtigten Gesellschaft beitragen kann. Die Women of DDC (Deutscher Designer Club) möchten mit dem DDC Lab für Female Leadership den Anteil weiblicher Führungskräfte in Unternehmen fördern und junge Gestalterinnen motivieren, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Bei diesem geballten Aktionismus möchte ich allen Designerinnen zurufen: YES SHE CAN. So lautet der Titel des neuen Greenpeace Magazins. Es würdigt Aktivistinnen, die weltweit und gegen heftige Widerstände für Klima, Umwelt und Gerechtigkeit eintreten. Jetzt wird sich doch hoffentlich auch im Design etwas ändern?


Türen auf für den HfG-Rundgang

„Hands ON“ lautet der Titel des nun auf den Semesterbeginn verlegten Rundgang der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Das ist ganz wörtlich zu verstehen, denn nach zwei Studienjahren in der Pandemie und allem, was Corona-bedingt nicht möglich war, gilt es nun wieder, Hand anzulegen im Realen, in wirklichen, physischen Räumen. Real und greifbar ausgestellt werden die Arbeiten aller Fachrichtungen der vergangenen zwei Jahre. Die Schau öffnet ihre wirklichen Türen am 29. Oktober; drei Tage Rundgang bis 31. Oktober.

„Type and Chairs“ der Hochschule Mainz im INTeF 

25 Schriften und 25 Stühle der letzten 100 Jahre zusammen in einer Ausstellung betitelt „Type and Chairs“. Das Design solcher zunächst unverbunden erscheinenden Objekte gebrauchen wir ganz selbstverständlich, ohne weiter darüber nachzudenken, wie ihre Form, ihre Konstruktion geprägt wurde. Obschon sie als Objekt für sich, zum Lesen und zum Sitzen, vermeintlich nichts miteinander zu tun haben, stehen sie als Stellvertreter gestalterischer Positionen eines jeweils veränderten Zeitkontexts. Die 25 ausgewählten „Types and Chairs“ verkörpern dabei die Spitze dessen, was das Prädikat Design verdient. Allerdings auch nur das, was der (verengte) Blick auf die westliche Ikonographie beider Objektkategorien zu sehen gewohnt ist.

Die Ausstellung „Type and Chairs“ ist ein Semesterprojekt der Fachrichtungen Kommunikationsdesign und Innenarchitektur der Hochschule Mainz in Kooperation mit dem Institut für neue Technische Form (INTeF) in Darmstadt – zu sehen bis 31. Oktober im INTeF.

Hessische Kleidung aus sechs Jahrhunderten

In den Gängen der Hessischen Staatsarchive schlummert auch Überraschendes, nicht nur historische Urkunden, Inkunabeln und „langweilige Flachware“. Nun hat man in Marburg Zeugnisse der Mode hierzuland aus dem Verborgenen ans Licht gebracht. Die Ausstellung „Lifestyle im Archiv“ umspannt mit einer Vielzahl unterschiedlicher Exponate die Kleidergeschichte von sechs Jahrhunderten. Es ist eine Sammlung von Stoffproben, Modezeichnungen, Kleiderinventaren, Kleiderordnungen und auch Kleidungsstücken aus den Sammlungsbeständen. Ohne Anspruch auf eine umfassende historische Darstellung ergibt sich ein Gesamtbild, das zeigt, wie die Sprache der Mode die jeweilige Epoche reflektiert hat. Bis 12. März 2022 im Hessischen Staatsarchiv in Marburg.
BEN Award der B3 Biennale an Hito Steyerl

Die Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl (*1966) erhält den diesjährigen Ehren-BEN Award in der Kategorie Kunst. Ihr Werk bewegt sich an der Schnittstelle von bildender Kunst und Film und setzt sich mit postkolonialer Kritik, feministischer Repräsentationslogik sowie den Einflüssen der Globalisierung auf den Finanz-, Arbeits- und Warenmarkt auseinander. Prof. Bernd Kracke, künstlerischer Leiter der B3: „Hito Steyerl nimmt in ihren Werken mit vielfältigen künstlerischen Mitteln aktiv Stellung zu politischen, gesellschaftlichen und sozialen Prozessen. (…) Sie besticht (…) durch den Einsatz verschiedener Medien und Kunstformen.“

Hito Steyerl studierte in Tokyo und München, promovierte in Wien. Lehrtätigkeiten führten sie nach London, Kopenhagen und Helsinki. Gegenwärtig ist sie Professorin für Multimedia am Institut für Kunst der UdK Berlin. Die Preisverleihung findet am am 15. Oktober in Frankfurt via Livestream in der ASTOR Film Lounge MyZeil statt.
 
Elle Decoration Award für Sebastian Herkner

„Highend Mainstream“ könnte man die Stilprägungen der weltweit 45 Ausgaben des Magazins ELLE und des Magazins Elle Decoration nennen. Nun hat Designer Sebastian Herkner den vom internationalen Netzwerk Elle Decoration verliehenen EDIDA (Elle Deco International Design Award) als „Designer of the Year 2021“ erhalten. Herkner, der Absolvent der HfG ist, entwirft in seinem Studio im Offenbacher Westend Möbel, Leuchten, Messeauftritte und Interieurs.

Mit seiner Arbeit für renommierte Hersteller wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2011 mit dem „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland“. 2012 erhielt sein Bell Table für die Möbelmarke ClassiCon einen Red Dot Design Award. 2016 war Herkner Ehrengast der Möbelmesse imm Cologne. Die Fachmesse Maison & Objet Paris zeichnete ihn als Designer des Jahres 2019 aus. Sebastian Herkner ist Jurymitglied der Hessen Design Competition. Der nun verliehene EDIDA wird von den 25 Chefredaktionen des Magazin Elle Decoration in 13 Kategorien für herausragende Leistungen im Bereich Interior Design vergeben.
 
Eine Rückschau des 4. Kreativwirtschaftstags  

Verantwortung und Impact der kreativen Wirtschaft und darüber hinaus standen im Fokus des 4. Kreativwirtschaftstages, der am 10. September 2021 von 10 bis 17 Uhr live gestreamt wurde.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir eröffnete die Veranstaltung live vom Campus Westend in Frankfurt. „Das Thema des Kreativwirtschaftstages ‚Es gibt kein richtiges Leben im falschen‘ haben wir im Dialog mit der Branche definiert, Verantwortung für das eigene Handeln ist also zentrales Thema in der Kreativbranche“, sagte der Minister. „Denn natürlich hängt hier im Besonderen die individuelle Zukunftsfähigkeit davon ab, verantwortungsvoll zu sein, insbesondere gegenüber den mittelbaren Folgen des eigenen Handelns“, so Al-Wazir. Durch die Pandemie sei die Branche hart getroffen worden, aber es gäbe Lichtblicke: „Hessische Kreative profitieren in vielen Teilmärkten davon, dass Sie sich früh Digitalisierungskompetenz angeeignet haben. Das wird vielen das wirtschaftliche Überleben in der Pandemie und in Zukunft sichern“, ist sich der Wirtschaftsminister sicher. 

Die Speaker und Teilnehmenden stellten sich in Keynotes, Workshops und Ideen Labs grundsätzliche Fragen nach dem richtigen Handeln: Von Aktivismus von Marken und Verantwortung aus dem Blickwinkel erfolgreicher Unternehmen wie Lemonaid und Hugo Boss über neuronale Manipulation bis hin zum Impact von Adorno, Podcasts und hochinnovativen Games. (Quelle: Kultur- und Kreativwirtschaft Hessen)
 
Gut ist’s beim DDC-Wettbewerb „Was ist gut“

Was lange währt, wird endlich gut. Vor einem Jahr haben wir an dieser Stelle den DDC-Wettbewerb „Was ist gut“ angekündigt. Nun steht fest, wer Gutes gab für die Kategorien Kommunikation, Produkt und Raum. Gewinnerin „Kommunikation ist Elvira Breit mit „Alles statt Nix“ – eine App, die Haupt- und Mittelschüler bei Berufsentscheidungen unterstützt. Bei „Produkt“ haben gewonnen Haus Otto, Patrick Henry Nagel und Nils Körner GbR mit „The One Dollar Glasses“, eine augenoptische Grundversorgung für (gedacht) alle Menschen. „The Breathing Headquarters“ von terrain: integral designs BDA gewinnt in der Kategorie „Raum“ – eine „Pflanzenperformanz, die für frische, saubere Luft sorgt (…) und herkömmliche Klimageräte vollständig ersetzt“.

Preisgelder erhielten: In der Kategorie „Kommunikation“ die „Talking Hands“ von Laura Mohn und Maria Möller (wir haben schon öfters über sie berichtet) und in der Kategorie „Raum“ das Projekt „Licht ins Dunkel“ von Marie-Josephine Eckloff – eine Wanderausstellung, die das Thema „Gewalt an Kindern“ beleuchtet. Ein Preisgeld in der Kategorie „Produkt“ ist nicht zu finden. Zudem wurden in jeder Kategorie ein bzw. zwei Projekte mit „Ausgezeichnet“ bewertet.
 

Und außerdem …

Cross-mediales Festival des bewegten Bildes

Mit Film-Screenings, Ausstellungen, Konferenzen, Workshops und Wettbewerben wartet die B3 Biennale auf. In ihrer sechsten Ausgabe hat sie sich zu einer Instanz zu Trends und Entwicklungen des bewegten Bildes in den Themenfeldern Film, Kunst, Games und VR/XR entwickelt. Getreu dem Anspruch, interdisziplinäre Allianz für das bewegte Bild zu sein, will sie der internationalen Kultur- und Kreativwirtschaft eine Plattform für Innovation und Austausch geben. Veranstalter ist die Hochschule für Gestaltung Offenbach. In diesem Jahr mit rund 80 Mitwirkenden aus 25 Ländern – vom 15.–24. Oktober.

10 Jahre Bundespreis Ecodesign

Der Bundespreis Ecodesign hat in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum gefeiert und dafür zusätzlich zur sonst üblichen Ausstellung zur Jurysitzung auch ein begleitendes Programm aufgelegt. Zu sehen gab es vom 1. bis 10. Oktober die nominierten und prämierten Einreichungen des Wettbewerbs 2021, die nun ein Jahr lang als Wanderausstellung auf Messen und in Museen gezeigt werden. Unter dem Titel „SPOTLIGHT ON – 59 Ideen, die Welt nachhaltiger zu gestalten“ informiert die Ausstellung dabei auch über zentrale Umweltthemen.

Die Kunst und das Leben: Anni und Josef Albers im Musée D’Art Moderne Paris

Sie begegneten sich 1922 am Bauhaus, Anneliese Fleischmann (1899–1994) und Josef Albers (1888–1976) – und wurden ein Künstlerpaar in der Überzeugung, dass Kunst die Welt und die menschliche Existenz tiefgreifend verändern könne. Nach ihrer Flucht 1933 in die USA lehrten beide am Black Mountain College (N. Carolina), Anni als Assistant Professorin für Weberei. Ab 1950 leitete Josef das Art Department der Yale University; Anni wirkte als freischaffende Textilkünstlerin und wandte sich der abstrakten Grafik zu. Ihre gewebten Werke wollen nicht als Kunsthandwerk sondern als abstrakte Bildwerke, geschaffen aus Fäden, verstanden werden. Ebenso ist Josef Albers Farbkurs, kondensiert im Band „Interaction of Color“, vielmehr Fundament der konkreten Kunst und hat bis heute nichts an seiner Aussagekraft zur visuellen Wahrnehmung verloren. Musée D’Art Moderne Paris: „L’art et la vie“ von Anni und Josef Albers – 12. Sept. 2021 bis 9. Jan. 2022.

Talent zählt beim Förderprogramm der Ambiente 

Talente, das waren in der Antike Mass- und Währungseinheiten. Das Talent unserer Tage, die Begabung, steht gleichwohl im Spannungsfeld monetärer Entsprechungen. Will sagen, wer sein Talent nur richtig zu nutzen weiß, dem winkt materieller Erfolg. So auch bei der Förderung „Talents“ für junge Designerinnen und Designer der Messe Frankfurt auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt. Den Erwählten winken eine kostenfreie Ausstellungsfläche und „hochkarätiges“ Networking, Feedback und Kontakte zu Industrie und Handel.

Die Ausschreibung richtet sich an junge Gestalterinnen und Gestalter der Bereiche Interior Design und Arts & Crafts. Anmeldungen sind bis 22. Oktober möglich.


Ein DDC Lab für Female Leadership

Der Anteil weiblicher Führungskräfte in Unternehmen im EU-Durchschnitt liegt bei 34,4 Prozent, in Deutschlang sogar darunter, bei nur 29,4 Prozent (Platz 1 belegt Lettland mit 45,8%, gefolgt von Polen mit 43% – Quelle: Statistisches Bundesamt). Viel Luft nach oben also und viel Bedarf, daran etwas zu ändern. Hat auch der DDC gedacht, und so widmen die Women of DDC dem Thema erstmalig eine Serie von Veranstaltungen, die junge Designerinnen motivieren sollen, in Chef-Etagen vorzurücken oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Das Lab for Female Leadership will unter dem etwas irritierenden Oberbegriff LEARN & BURN mit einer namhaften Expertenrunde des DDC die Formen der Förderung auf dem Karriereweg ergründen (irritierend das BURN). Dazu gibt es zwei Zoom-Sprints am 27. und 28. Oktober – die Anmeldung steht offen. Am 3. Dezember wird dann ein zweites Lab mit Workshops und Vorträgen stattfinden – vor Ort und digital, mit 20 ausgesuchten Teilnehmerinnen..

Digitale Welten Festival für 12- bis 15-Jährige

Der Beitrag der jungen Generation zur kritischen Auseinandersetzung und aktiven Gestaltung der digitalen Welt ist gefragt, beim 4. Digitale Welten Festival. 12- bis 15-Jährige sind aufgerufen teilzunehmen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Die Ausgabe widmet sich dem Thema „Influence – mitmachen, mitreden, mitbestimmen“ und zielt auf den Einstieg in eine aktive und kritische Gestaltung der digitalen und der analogen Welt. Das Programm vom 18.–23. Oktober: Workshops von Leuten aus Theater, Musik und Informatik; nicht graue Theorie sondern handfeste Praxis – an unterschiedlichen Orten in und um Frankfurt.

Veranstalter: NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur e. V., Jugend- & Sozialamt Frankfurt, Jugendbildungswerk Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt und Hessische Landeszentrale für politische Bildung.

Ausgezeichnet Negatives beim Plagiarius-Wettbewerb 2022

Plagiate und dreiste Nachahmungen haben stets Hochkonjunktur. Sich am Erfindergeist anderer zu bereichern, ist nicht aus der Welt zu denken. Genug Stoff also geben die immer neuen Fälschungen für die jährliche Ausgabe des Negativ-Preises „Plagiarius“. Unternehmer, Designer und Erfinder sind aufgerufen, Nachahmungen ihres eigenen Schaffens zur Prämierung 2022 einzureichen. Vor der Wahl der Prämierungen werden die vermeintlichen Plagiatoren auf die Nominierung hingewiesen. Geht der Warnschuss ins Leere, wird es ernst und die Blamage groß, wenn das Plagiat „ausgezeichnet“ wird und damit quasi am Pranger steht.

Die Preisverleihung findet auf der Messe „Ambiente“ in Frankfurt statt (11.–15. Februar 2022); Ausstellungen danach online und an verschiedenen Orten.

Fachkongress Shape your Future

Ein- und Ausblicke in Female Entrepreneurship gibt ein digitaler Fachkongress am 28. Oktober von jumpp Frauenbetriebe e.V. Im Fokus steht die gesamte Bandbreite von der Gründung bis zur Zukunftsgestaltung weiblicher Unternehmerschaft. Dass diesen Gründungen eine spezielle Wirtschafts- und Innovationskraft innewohnt, ist unumstritten. Der Kongress stellt sich der Frage, wie sich Female Entrepreneurship weiter fördern lässt, etwa im Hinblick auf das Gründungsökosystem oder auf die Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit. Mehr Informationen und alles zur Anmeldung finden Sie hier…


Updates zu Beiträgen, über die wir kürzlich berichtet haben:

Mehr Mut beim 2021 Polis Award

Am 15. und 16. September war es soweit. Auf der polis Convention in Düsseldorf wurden im Rahmen der alljährlichen Messe und eines Begleitprogramms die Preise des Wettbewerbs 2021 vergeben. Damit würdigte der Award für Stadt- und Projektentwicklung erneut mutige Projekte, die über ihren eigenen Rahmen hinaus einen Beitrag für das öffentliche Wohl einer Stadt erbringen. Er fokussiert auf partnerschaftliche Haltungen, die den komplexen Anforderungen an die Stadt der Zukunft gerechter werden. Kurz gefasst: Mutige Kommunen, die über Gängiges hinaus blicken und kreative Planungspartner, die neue Lösungswege finden. 

Tierisch schön und schon verlängert

Vieldeutige Ästhetik in Leder aber auch artverwandten Materialien zeigt das Ledermuseum Offenbach und nimmt dabei auch seine eigene Sammlung kritisch in den Blick. Kritik ist gefragt, denn tierische Rohstoffe werden zunehmend bedenklich gesehen. Der Massen-Exodus auf dänischen Nerzfarmen, die dekorativen Pelze abgeschlachteter Hunde auf Kapuzen und Mänteln der aktuellen Winter-Kollektionen – die Beispiele lassen sich beliebig erweitern. Passt das denn noch in unsere Zeit? Ist Kunstpelz mit einer bedenklichen Wolke aus Mikroplastik-Partikeln die Lösung oder brauchen wir nicht einen kompletten Neustart, was Tierisches und Pseudo-Tierisches an und um uns betrifft? Der Diskurs dazu im Ledermuseum Offenbach geht in die Verlängerung: „Tierisch schön“ – noch bis 16. Januar 2022. 

Jugend zählt beim DDC Podcast

Der DDC zieht Bilanz nach einem Jahr DDC Podcast, der ursprünglich zur Bewerbung des Wettbewerbs „Was ist gut“ initiiert wurde – und die fällt durchaus positiv aus. Neben Schwergewichten der Branche sind es vor allem die noch unbekannten Stimmen im Design, die in den Ausgaben zu Wort gekommen sind. Die sind der Redaktion denn auch am wichtigsten, für einen ersten Medienauftritt, für ein Wort zu anderem Design, einer anderen Ökonomie. Eingeladen wurden zudem exakt gleich viele Frauen wie Männer, das Thema Diversität schwingt mit. Selbstgestecktes Maß im Cast aller Dinge sind die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, dessen erstes ja lautet „Keine Armut“, das zweite „Kein Hunger“. Dafür zu wirken, das wäre dann wahrlich „gut“. 

Location Designhaus Darmstadt
Das Designhaus mit seinen repräsentativen Räumlichkeiten auf der Mathildenhöhe kann angemietet werden. Mit Hygienekonzept und weiteren Maßnahmen sind wir für kultur- und kreativwirtschaftliche Veranstaltungen, Experten-Meetings, Fachkongresse, Seminare und Workshops sowie Ausstellungen und Feierlichkeiten gerüstet. Gerne machen wir Ihnen ein individuelles Angebot für Nutzung, Organisation und Bewerbung Ihrer Veranstaltung. Informationen dazu auf unserer Website.
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